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BP – ein Unternehmen mit weitreichender Geschichte

Es dürfte kaum noch bekannt sein, aber die Geschichte dieses Unternehmens beginnt in Deutschland mit der Gründung der Deutschen Petroleum-Aktiengesellschaft, die 1904 in Berlin stattfand. 1906 wurde daraus die Europäische Petroleum-Union, die in England eine Tochtergesellschaft gründete, um auch hier ihre Produkte absetzen zu können. Seit 1910 trägt diese Firma den Firmennamen BP. Offiziell gilt das Jahr 1909 als Gründungsjahr des Unternehmens. In diesem Jahr wurde die Anglo-Persian Oil Company, die APOC, gegründet, nachdem im damaligen Persien ergiebige Ölfunde gemacht wurden. 1912 erwarb die britische Regierung die Mehrheit über die APOC und behielt sie auch bei, als der Name Persiens später in Iran umgewandelt wurde. Ab dann hieß das Unternehmen Anglo-Iranian Oil Company, AIOC. 1917 übernahm die APOC die Europäische Petroleum-Union, die in der Zwischenzeit – in der Zeit des ersten Weltkriegs – von den Briten als deutsches Feindvermögen beschlagnahmt wurde. 1951 verstaatlichte der Iran seine Ölindustrie, was eine weitreichende politische Krise nach sich zog. Die Briten reagierten mit einem Ölboykott und die AIOC hielt zwischenzeitlich nach anderen Ölfördermöglichkeiten Ausschau. Nachdem der damalige iranische Machthaber Mossadegh gestürzt war, kam es zwar zu neuen Abkommen mit der iranischen Regierung. Aber die mittlerweile international tätige AIOC änderte ihren Namen, bzw. passte ihn an die neuen Verhältnisse an. Ab 1954 nannte sie sich nunmehr British Petroleum Company Limited, kurz BP. Daraus wurde eines der größten Mineralölunternehmen der Welt. Seinen Hauptsitz hat es in London.

Das BP Logo in den Anfangszeiten des Unternehmens

Bis etwa 1920 galt ein quadratisches Schild mit roten Hintergrund und einer Aufschrift in schwarzen Lettern als Produktmarkenzeichen. In der ersten Zeile der Beschriftung stand der Markenname B. P., darunter war Motor Spirit zu lesen. Das Ganze war mit einem schwarzen Rahmen eingefasst. 1920 kreiert die APOC ein offizielles Debütlogo. Es bestand aus zwei schwarzen Großbuchstaben auf reinweißem Hintergrund, die mit ebenfalls schwarzen Anführungszeichen versehen waren. Die Darstellung gibt dem großen B und dem großen P ein markantes Aussehen. Beide sind mit spitzen Serifen versehen und weisen keinerlei Rundungen mehr auf. Die Ecken sind allesamt rautenförmig abgeschrägt. Nur die Anführungszeichen erinnern in ihrer Form an kleine Tropfen. 1930 erfuhr das Logo eine kleine, aber für die künftige Entwicklung bedeutsame Veränderung. Nun wurden die Buchstaben auf ein weißes Wappenschild mit schwarzer Umrandung platziert. Dabei bleiben Ausgestaltung und Farbgebung gleich. Auch die schwarzen, tropfenförmigen Anführungszeichen sind weiterhin Bestandteil des Logos. Siebzehn Jahre blieb es bei dieser schwarz- weiß Gestaltung, bis das Management 1947 beschloss, dem Ganzen mehr Farbe zu geben.

Das BP Logo – ein Markenzeichen über viele Jahre mit nur kleinen Veränderungen

In der neuen Version blieben die äußeren Merkmale wie Wappenschild und Gestaltung der Inschrift erhalten. Das Schild wurde in einem gedämpften Grün gehalten; seine Außenseite mit einer dünnen gelben Linie markiert. Das Logo im Inneren war genauso mit Serifen und abgekanteten Rundungen ausgestaltet, nur hatte es jetzt einen gelben Farbanstrich bekommen. Schwarze Schattierungen an den rechten Seiten der einzelnen Buchstabenteile hoben das Markenzeichen BP deutlich hervor. Die Anführungszeichen entfielen nun als Bestandteile des Logos. 1961 wurde das Markenzeichen erneut aktualisiert. Dabei blieb die Form des Schildes unverändert, seine Farbe wurde in ein leicht ins Blaue gehende Grün abgewandelt. Die Schattierung verschwand und die Buchstaben des Logos präsentieren sich in abgerundeter Form. Nur die scharfen Serifen verblieben auch weiterhin im Logo. Mit diesem Markenzeichen präsentierte sich das Unternehmen fast zwanzig Jahre lang, bis es 1989 erneut überarbeitet wurde. Mit dieser Überarbeitung wollte BP ein anderes Unternehmensimage aufbauen. Aus dem Blaugrün wurde ein echtes Grün, der Firmenname BP wurde in einem sonnengelben Farbton gehalten; somit präsentierte sich das neue Logo in frischen, lebendigen Farben. Auch das Wappenschild erfuhr eine Veränderung: Es wurde nach unten hin runder und voller; die scharfen Kanten im oberen Teil wurden entschärft. Der Markenname wurde nun in kursiver Schrift, mit einer leichten Neigung nach rechts, dargestellt.

BP Logo 2000 – Ein völlig neues Markenzeichen wird kreiert

Zahlreiche Zusammenschlüsse haben BP mittlerweile zu einem weltweit führenden Unternehmen gemacht, das auch noch zahlreiche andere Geschäftsfelder bedient. Es betreibt eigene Erdgasfelder und ist in Produktion und Handel von Flugzeugtreibstoff involviert. Außerdem verfügt es über petrochemische Anlagen. In den USA betreibt es insgesamt 16 Windenergie-Farmen und hat bis 2011 fast 35 Jahre lang Solarzellen und Photovoltaikanlagen gebaut. Seit 1970 war das Unternehmen an der Standard Oil Company of Ohio in den USA beteiligt und übernahm diese im Jahre 1987 ganz. In den Jahren 1998 und 1999 wurde auch die Amoco Corporation, die aus der ehemaligen Standard Oil Company of Indiana und der American Oil Company bestand, übernommen. Weitere Unternehmen wurden angegliedert, 2000 die ehemalige Muttergesellschaft Burmah-Castrol, die Atlantic-Richfield Company/Los Angeles und 2001/2002 auch die deutsche Veba Oel AG, zu der zum Beispiel auch die bekannte Marke Aral gehört. Vielleicht war es eine Reaktion auf die Kritik der Presse, – wegen mangelnder Sicherheitsstandards etwa – dass mit einer neuen Imagekampagne die Dinge wieder ins rechte Licht gerückt werden sollten. Die Abkürzung B und P soll nun nicht mehr für British Petroleum, sondern nach dem Willen der Manager für „Beyond Petrol“ stehen, was so viel wie „Mehr als Erdöl“ heißen soll. Vom Konzern gewünscht sind auch Assoziationen des neuen Firmennamens zu Begriffen wie „Bessere Produkte“ oder „Better People“, also bessere Menschen. Das Unternehmen setzt jetzt auf alternative Energien und will das auch in seinem neuen Logo deutlich machen. Im Jahr 2000 hat es ein Format kreiert, das sich in seiner Ausformung deutlich von den früheren unterscheidet, sogar eine ganz neue Ausgestaltung erhalten hat. Nun steht der Markenname nicht mehr im Vordergrund und auch die Form des Wappens gehört der Geschichte an. Geblieben sind die gelb-grüne Farbgebung und der Firmenname, allerdings nun in anderem Format. Die Schriftzeichen stehen nicht mehr in Großbuchstaben im Vordergrund, sondern rücken bescheiden nach rechts oben, außerhalb des eigentlichen Logos. Aus den großen Buchstaben wurden kleine, sie sind in hellgrüner Farbe gestaltet, ausgefüllt rund und wirken wie spiegelbildlich verfasst. Anstelle des Wappens ist eine corona-förmiges Gebilde getreten, das an die Strahlenkrone des griechischen Sonnengotts Helios erinnert oder auch mit einer Blumenblüte assoziiert werden kann. Das innere Feld ist weiß und geht in einen gelben Kranz über. Es folgt ein gelb-grüner Kranz, der äußere Kranz ist von einem reinen Grün. Tatsächlich wirken die Kränze, jeder für sich betrachtet, wie Blumenblätter oder eine stilisierte Sonne und sollen einen Hinweis darauf geben, was dieses Unternehmen für die Zukunft plant und umsetzen will.